Schon am Flughafen noch im Körbchen gab Bertl Köpfchen und beide tretelten wie wild, wahrscheinlich um sich selbst zu beruhigen. Zuhause angekommen krabbelten sie erst sehr zögerlich aus ihrer Tasche, um die Umgebung dann mutig zu erkunden. Elli schob und schiebt Bertl immer vor, erst wenn er es unversehrt übersteht, wagt sie sich dran. Anfänglich war sie immer sehr zurückhaltend, doch mittlerweile platziert sie sich selbstbewußt auf die feinsten und weichsten Schöße. Nur beim Fressen ist Elli immer furchtlos an forderster Front mit lautem Gequäke meldet sie ihr unmittelbar bevorstehendes Verhungern an, futtert ihre Portion und was Bertl noch übrig läßt, um dann gleich wieder Beschwerde zu führen. Wenn dann doch nix mehr zu machen ist, dann marschieren beide aufs Häusl, um dann (immer) zusammengekuschelt ein Verdauungsschläfchen zu halten. Am allerliebsten schmiegt die Kleine sich mit dem Rücken an den warmen Kachelofen - GEnuß pur. Mit den kurzen Ausflügen ins Freie sind beide noch sehr zurückhaltend. Mit dem großen Kater Prinz würden die beiden zu gern spielen, doch er hält sie auf Distanz und knurrt ein wenig und schaut hilfesuchend und vorwurfsvoll zu mir ("was soll dieses Gsocks hier?"). Elli stürzte sich kürzlich todesmutig mit gesträubtem Schwänzlein im Seitwärtsgalopp auf 4xso großen Prinz, der kniff den Schwanz ein und suchte das Weite ;-)) Mittlerweile haben die beiden schon kleine knuffige Bäuchlein, die sie sich nur allzu gern schnurrend massieren lassen, um nach dieser kurzen Entspannung wieder wie wild Fellmäuschen durch die Wohnung zu jagen.

Hallo Frau Steegmann,

nun liegen sie neben mir die beiden Süssen (gar kein Ausdruck), immer noch eng umschlungen, Bertl grunzt wohlig. Eigentlich wollte ich Ihnen neue Bilder schicken, doch die Neuen gleichen den Alten, immer eng umschlungen schlafend. Anders kriegt man sie nicht vor die Linse - sie sind einfach zu schnell für eine Digitalkamera.

Heute morgen ist Bertl ausgebüchst ins Freie, Elli saß laut klagend am Küchenfenster (macht sie neuerdings immer, wenn Sie jemand draußen rumlaufen sieht, den sie kennt). Bertl raste durch unseren und diverse Nachbarsgärten, grade so, daß man ihn nicht juxen hörte vor lauter Begeisterung. Ich sollte in die Arbeit fahren, doch der junge Herr galoppierte im Schweinsgalopp über die Nachbarswiese, Elli klagte am Fenster. Da hab ich ihm Prinz, den großen weißen Kater auf den Hals gehetzt, der konnte ihn soweit ablenken, daß ich ihn einfangen konnte.
Sobald sie das Ding mit der Katzenleiter kapiert haben, könnten sie selber raus - aber die Höhenangst macht ihnen noch schwer zu schaffen, obwohl der Birnbaum, auf den Bertl heute morgen wie eine wildgewordene Tarantel hoch gespurtet ist, ist weitaus höher - naja, wird schon noch - die Neugier und der Drang nach draußen werden siegen.

Elli steht voll auf Menschenmänner, sobald ein Männchen greifbar ist, verkomme ich zu Personal in Form von Dosenöffner und WC-Reinigerin. Madame kuscheln sich auf durchgeschwitzte Männer-Käse-Füsse mit beglücktem Schnurren und vergißt selbstvergessen alles um sich rum. Bertl hat am Wochenende meinen Schlaftee (Baldrian-Tee) gekostet, eine halbe Stunde hats gedauert, dann fiel er totmüde um und hat sich die ganze Nacht nicht mehr gerührt *hihi*

Letztes Wochenende hatten wir sehr viel Besuch im Haus über mehrere Tage. Erstaunlich wie die beiden vertrauensselig über sämtliche Schöße striffen, ließen sich von jedem streicheln und rumtragen und genossen die volle ungeteilte Aufmerksamkeit in vollen Zügen. Einfach lieb.

Wenn ihrer Meinung nach Spielzeit ist, bauen sich die beiden Ölgötzen mit ernsten Gesichtern, leichtem Vorwurf im Blick, vor einem auf, "Määäck" machend schleppen sie ab und zu Fellmäuse ran, wenn mans gar nicht begreifen will. Bertl kann sogar schon apportieren, wenn er mag. ("Bertl, wo is Mäusl, brings Mäusl")

Das Klo konnten wir mittlerweile auf den Balkon stellen, was den Zweibeinern in der Wohnung unheimlich viel Lebensqualität, vor allem für die Nasen, zurück brachte. Die beiden Schlauen beherrschen die Katzenklappe perfekt und halten sich gegenseitig das Türl zu, damit der jeweils andere nicht raus oder reinkann *gig*.

Letzte Woche haben wir sie über die Katzenleiter ins Freie gelockt - oder besser ein bisserl geschupst, nach ausgiebigem Rumgetobe - wie immer in Nachbarsgärten, bei uns isses scheinbar nicht so spannend - konnten wir sie mühselig wieder einfangen, Bertl erklomm selbstbewußt die Leiter, wo meine Mutter mit einem Leckerli wartete, doch Elli blieb klagend an der "Mittelstation" sitzen, traute sich nicht weiter. Da hab ich Bertl runtergeschickt (Komm hol Dein SChwesterle) und tatsächlich ist er runtergewankt mit schlotternden Beinchen und wieder hoch mit Elli im Schlepptau. Wir haben uns gekugelt vor Lachen und natürlich die beiden Helden ausführlichst gelobt und belohnt.

Soviel von den beiden süssesten Miezen der Welt, die ich niemals wieder missen möchte. Wenn ich im Büro bin, würde ich sie am liebsten ab und an anrufen, nur zu schauen, obs ihnen gut geht. Dämlich was?!

Liebste Grüße und viel Erfolg beim Weitermachen!!

Petra